Donnerstag, 29. Oktober 2009

Halloween

Fasching in Amerika oder: Wer ist doof genug, sein hart verdientes Geld in möglichst scheußliche Geschmacklosigkeiten zu investieren??In meiner Nachbarschaft sind diese mit (schätzungsweise sich im Verwesungsprozess befindlichem) Herbstlaub gefüllten Mülltüten unschlagbar.

Who has seen anything weirder than these pumpkin bags? Post a comment with the link to the picture or tell me what it is!

Montag, 26. Oktober 2009

Kuchen backen mit Hindernissen

German recipe vs imperial measuring instruments - aaaargh!
Angestachelt von den Backkünsten vom Papa und verpflichtet durch die Tatsache, dass ich jetzt eine anständige Hausfrau bin, wollte ich für Sonntagnachmittag einen Kuchen backen. Nachdem ich im Internet ein Rezept ausgesucht und beim letzten Einkauf alle Zutaten besorgt hatte, machte ich mich am Samstag ans Werk. Zuerst ging ich auf die Suche nach dem ganzen Werkzeug - und beschloss, die abgängige Springform durch eine der neun (!!!) verschiedenen Kasserollen zu ersetzen und diese statt mit einem Backpinsel mit den bloßen Händen einzuschmieren. Gut. Etwas umständlicher wurde es dann, als ich feststellte, dass dieser Haushalt bisher anscheinend ohne Waage ausgekommen war...

A bachelor's household: nine (!!!) different casseroles but no kitchen scales. Makes baking a cake adventurous...
225 g Mehl abschätzen?? Die 2,5 kg Packung Mehl in elf gleiche Häufchen aufteilen und zehn davon wieder in die Tüte zurückschütten?? Eine Balkenwaage basteln und das Mehl mit einem 250g Becher Frischkäse abwiegen?? Blöd.

Ein Messbecher war da, aber leider ohne die Mengenangaben für Zucker und so. Also hab ich mich mal wieder an den Computer gesetzt und mir die Dichte von Mehl & Co. gesucht. Dank meiner Nachhilfearbeit bin ich ja endlich wieder fit im Dreisatz-Rechnen, so dass ich das Kuchenrezept mühsam in Hohlmaße "übersetzt" hab...
  • Mehl: 0,8 g /cm³ also brauch ich 450 ml Mehl
  • Butter: 0,94 g /cm³ also fast so wie Wasser (wer hätt's gedacht?)
  • Zucker: 2,7 g /cm³ also brauch ich 28 ml Zucker
  • usw.

Als ich endlich damit fertig war, sind wir zu der Kunstausstellung in die City gefahren und nix war's mitm Kuachabacha!

Gestern waren wir wieder beim Einkaufen und schaut mal, was seitdem bei uns in der Küche steht! Da hab ich doch vorher grad noch einen Käsekuchen gebacken. Ganz einfach;-)
Erkenntnisse des Tages:
  • In Kanada braucht man keine Küchenwaage, weil Rezepte in "Tassen" und "Löffel" verfasst sind. Lustig wird's dann mit Halb- und Vierteltassen sowie Halb-, Viertel- und Achtellöffeln. Kein Witz!

  • In Kanada backt man keinen Kuchen, man kauft ihn. Fotos von der entsprechenden Abteilung des hiesigen Supermarkts erspar ich euch aber, weil ich es nicht verantworten will, wenn ihr Augenkrebs und Magengeschwüre gleichzeitig kriegt!

  • Trotzdem gibt es Backpulver nicht in so kleinen Briefchen, sondern in 500g Bechern.

  • Für die Generation 40+ gilt nach wie vor das imperiale System für alle Maßeinheiten: Man misst Längen in miles, yards und inches, Gewichte in stones, pounds und ounces, Hohlmaße in barrels, gallons, quarts, pints und weiß der Kuckuck was noch alles.



Sonntag, 25. Oktober 2009

The market collective

Diverse arts exhibited under a leaking roof - challenge and new way of looking at rain;-)
Am Samstag war in einem ehemaligen Fabrikgebäude ein Künstlermarkt. Für die Aussteller im Obergeschoss gab es eine besondere Überraschung, denn das Dach hielt den darauf liegenden Schnee nicht gerade zuverlässig davon ab, den kompletten Teppichboden einzuweichen. Und alle Ausstellungsstücke mussten halt irgendwie um die undichten Stellen herum platziert werden...Blick auf die Bühne und einige der Ausstellungstische im Erdgeschoss. Es gab viel wirklich interessante Kunst, aber auch Leute, die einfach nur ihre alten Klamotten loswerden wollten.
Indian Music
Mit seiner Sitar, Dilruba und Veena spielte Dave Hintergrundmusik zu Marks Bildershow.
Raising funds for a new roof or piece of art??
Rührend! Manche Besucher hielten die Eimer und Wannen auf dem Fußboden für echte Kunst, andere wollten anscheinend ganz lapidar für ein neues Dach spenden...buckets and garbage bags everywhere...
Unser Raum wurde ungewollt zur Chillout-Area: Die Diashow, untermalt von betörender Musik, die mehr oder weniger rhythmischen Regentropfen und die Räucherstäbchen (die eigentlich nur den modrigen Geruch von nassem Teppich überdecken sollten) wirkten sehr entspannend auf viele Besucher.
"Scary" he said...
Ein kleiner Geigenschüler bei seiner ersten Sitar-Einheit.
Canada Olympic Park
Bei der Heimfahrt durch die Stadt haben wir noch einen Schlenkerer auf den Olympiaberg gemacht und die Aussicht auf Calgary bewundert.


Alles Gute zum Geburtstag, Kathi und Max!!

Samstag, 24. Oktober 2009

Calgary Stampeders vs Edmonton Eskimos

My first American Football experience - including the BBQ

Gestern wurde ich so richtig in die Kanadische Lebensart eingeführt - zuerst bei einem Barbecue auf dem Grünstreifen neben dem Uniparkplatz (6°C), danach im Footballstadion. Ein geiler Abend!
Wendy und Gary haben alles dabei, was man vor so einem wichtigen Derby braucht: Grill, Würstl, Semmeln, Senf, Ketchup, Scheiblettenkäse und DOSENBIER.
Tiefgekühlter Orangenkuchen, mit Plastikgeschirr serviert... ein Gedicht!
So, auf geht's!
Verstanden hab ich die Regeln zwar noch nicht, aber es war lustig und sehr kurzweilig. Und eine riesige Tafel am Spielfeldrand gewährleistet dem Outsider Einblick ins Geschehen.Dick eingepackt in Strumpfhose, zwei Jacken, Wolldecke und Handschuhe lässt es sich am besten aushalten. Wenn man dann noch mitsingt, kann man sich tatsächlich einbilden, es ist warm.
Um den Stau vor den Klos und Kiosken zu entzerren, wird man sogar in der Halbzeitpause bestens unterhalten;-)
Calgarian Way of Celebrating Touchdown
Ich fass es nicht!! Nach jedem Touchdown reitet ein Cowboy mit der Stampeders-Fahne am Spielfeld entlang. Auf einem echten Pferd.

Montag, 19. Oktober 2009

My home is my castle...

My new address:
Uschi Winkler,
1447 44th Street S.W.
t3c 2a7
Calgary, Alberta, Canada.

Telephone: 001-403-604 6325

(Klickt auf die Telefonnummer, dann könnt ihr gleich nachschaun, welche Vorvorwahl grade am günstigsten ist!)



http://maps.google.de/maps?f=q&source=s_q&hl=de&geocode=&q=Calgary,+Alberta,+1447+44th+Street+S.W.&sll=51.052726,-113.965988&sspn=0.053738,0.154324&ie=UTF8&hq=&hnear=1447+44+St+SW,+Calgary,+Division+No.+6,+Alberta,+Kanada&ll=51.043013,-114.105549&spn=0.053749,0.154324&t=h&z=13

Note the Bavarian flag in the window;-)
There's plenty to do in this house so don't worry: I keep myself busy!
Untertags kümmere ich mich wie gesagt darum, dass aus dieser Baustelle ein gemütliches Heim wird...
painting the atrium
Wintergarten streichen, bevor das Becken mit den weißen Steinen wieder mit Pflanzen voll ist

didn't like the bucket under the sink anymore...
neues Waschbecken fürs Bad besorgen (wieder mal mit dem Ergebnis, dass eine bis dahin unbekannte Einhandmischbatterie in einen englischsprachigen Haushalt einzieht. Juchu!):
Thanks, Wayne! No more scary sounds from the basement!
Heizung im Keller richten. Das hat Wayne gemacht - ich bin erst zu Hilfe geeilt, als mir laute und nicht enden wollende Flüche angedeutet haben, dass der Keller vielleicht überflutet sein könnte...
It's getting beautiful and cozy in here...
Wände, Fenster und Türen streichen, schepse Wände verputzen, Lichtschalter- und Steckdosenabdeckungen montieren, usw.

Vorgestern haben Dave und ich noch die Zierleisten im Wohnzimmer gemacht - seitdem haben wir EIN ZIMMER FERTIG!!!
Die Kreischsäge auf der Terrasse vor der Küche lief bis in die Nacht - aber die Nachbarn hier sind einiges gewohnt...
Yummie dessert!
Zur Belohnung gab's "Candied Yams". Süßkartoffelbrei mit Marshmallows überbacken - geschätzte 6000 Kalorien pro Portion, genau das Richtige für einen langen Arbeitstag.
Meine neuesten Erkenntnisse:
  • Dieses Land mag keine Autofahrer, glaub ich:

  • riesige Sprünge und Steinschläge in der Windschutzscheibe gehören in Calgary zur Serienausstattung. Im Winter werden die Straßen nämlich nicht gesalzen, sondern mit Miniatur-Felsbrocken versehen, die munter an die Fenster prasseln.

  • 10 km/h zu schnell aufm Highway macht 160$

  • Fußgänger haben IMMER Vorfahrt


Donnerstag, 15. Oktober 2009

Welcome to Canada!


Vom Flieger aus sieht man schon Calgary, eine flächenmäßig riesige, aber bis auf die City sehr niedrige Stadt. Im Westen erstrecken sich die Rocky Mountains.

Die meiste Zeit bin ich mit Renovierungsarbeiten beschäftigt, weil die ehemaligen Mieter das Haus nicht gerade vorbildmäßig behandelt haben.


Das sind Bilder von meinem ersten Ausflug Richtung Berge:

Meine neue Leidenschaft: Berge, die sich im Wasser spiegeln.
Jaa, schneien tut es auch schon! Und diese Viecher wissen genau, dass sie ihren Bedarf an Salz im Winter auf einer Teerstraße decken können...
Irgendwie kommt man nicht wirklich um die ganzen herrlichen Seen rum...


Erkenntnisse bisher:
  • Die Luft ist überall hier unglaublich trocken. Weiß noch nicht, woran das liegt.

  • Manche Völker haben ziemlich eigenwillige Verkehrsregeln, echt!

  • Wieder mal trinkt man Chlorwasser aus der Leitung.

  • Zwar bin ich in Kanada, aber hier in der Prärie haben die Wälder eher isländische Ausmaße...

  • Wieder mal übt man sich in Smalltalk. Ein Supermarktverkäufer war so beschäftigt, mir seine Pläne für Thanksgiving ins Ohr zu drücken, dass er einige Waren doppelt über den Scanner gezogen hat und mir sogar noch die Einkäufe der Dame hinter mir in eine Tüte packen wollte!

  • Trampen ist illegal. Überhaupt ist die Polizei hier wesentlich schärfer als bei uns.

  • Automotoren lassen sich per Funkfernbedienung starten (kein Risiko, weil man hier eh nur Automatikgetriebe kennt).

  • Alberta ist rattenfrei!! Die Regierung setzt nämlich Jäger auf die Mistviecher an. DANKE!