Freitag, 16. Juli 2010
Montag, 12. Juli 2010
Arztbesuch
Irgendwo hab ich mal gelesen, dass das kanadische Gesundheitswesen sooo fortschrittlich ist. Davon hab ich mir heute ein eigenes Bild machen können, da ich meinen Vorrat wieder aufstocken musste (ihr wisst schon...)
Um drei hatte ich einen Termin, um fünf VOR drei stand ich jedoch bereits mit meinem Rezept in der Apotheke. In einem Land, in dem der Staat für die Krankenversicherung aufkommt, ist der Service halt ein bisschen eingeschränkt:
Um drei hatte ich einen Termin, um fünf VOR drei stand ich jedoch bereits mit meinem Rezept in der Apotheke. In einem Land, in dem der Staat für die Krankenversicherung aufkommt, ist der Service halt ein bisschen eingeschränkt:
- bei der Anmeldung schien alles noch wie gewohnt, ich konnte sogar zwischen einem männlichen und einem weiblichen Arzt wählen
- im Wartezimmer keine Zeitschriften, Einzeltischchen oder Kinderspielsachen, sondern Theaterbestuhlung
- dann das Behandlungszimmer: fensterlos, von Babyfotos keine Spur, dafür so nützliche Hinweise an der Wand wie "Bitte die medizinischen Instrumente nicht berühren", "Wir berechnen $ 40 für versäumte Termine" oder "Pro Termin bitte nur ein Thema besprechen"
- die Ärztin, einen guten Kopf kleiner als ich und geschmückt wie ein Christbaum (in der Nahrungsmittelbranche ist farbiger Fingernagellack verboten, warum nicht bei Ärzten?), spricht ungefähr so gut Englisch wie ich Altpersisch
- ich habe keinen Schimmer, was sie mir erzählt, drum fange ich halt mal an, meine Schuhbänder aufzumachen. falsch gedacht: das Einzige, was die Gute mit mir anstellt, ist Blutdruck messen.
- nach ein paar negativ beantworteten Fragen zu etwaigen Herz- und Leberproblemen in meiner Vergangenheit reicht sie mir einen handgeschriebenen Zettel, fertig.
- ach ja: falls ich es wünsche, kann ich mir ja mal einen Termin zur genaueren Untersuchung geben lassen - aber das liegt bei mir.
Anschließend bin ich gleich zur Apotheke, dort ging es auch wieder lustig zu. Ein verwirrter Herr im weißen Kittel nahm sowohl das eben erstandene Rezept als auch meine Krankenversichertenkarte entgegen, notierte meine Adresse und Telefonnummer und verschwand hinter einem Regal. Während ich auf meine Dreimonatspackung wartete, bediente er noch drei andere Patienten. Sehr interessant, was man da alles über seine Mitmenschen erfährt - Diskretion ausgeschlossen!
Nachdem er die Alkoholikerin vor mir eingehend über das ihr verschriebene Präparat belehrt hatte, hätte er ihr fast meine Schachtel mitgegeben. Gut, dass ich mein Zeug kenne!
Leider hatte die Apotheke nur eine Einmonatspackung vorrätig, also werde ich mir diesen Zirkus bald wieder antun müssen... Wenigstens kostet es mich nix, das ist echt das Geilste an der ganzen Sache!
Ach ja: Als ich die Apotheke verließ, bemerkte ich das Fehlen meiner Krankenversichertenkarte. Die lag noch irgendwo hinter besagtem Regal...
Nachdem er die Alkoholikerin vor mir eingehend über das ihr verschriebene Präparat belehrt hatte, hätte er ihr fast meine Schachtel mitgegeben. Gut, dass ich mein Zeug kenne!
Leider hatte die Apotheke nur eine Einmonatspackung vorrätig, also werde ich mir diesen Zirkus bald wieder antun müssen... Wenigstens kostet es mich nix, das ist echt das Geilste an der ganzen Sache!
Ach ja: Als ich die Apotheke verließ, bemerkte ich das Fehlen meiner Krankenversichertenkarte. Die lag noch irgendwo hinter besagtem Regal...
Sonntag, 11. Juli 2010
Calgary Stampede
Yeeeehaw!! Zwei Wochen lang ist Calgary im absoluten Cowboyfieber, und in der Stadt geht's zu wie am Stachus. Die Eingeborenen hier nennen es das größte Outdoor-Spektakel der Welt, für mich ist es eine Wildwestversion vom Oktoberfest. Aber seht selbst:
Freitag - Parade day, die komplette Innenstadt ist voller Pferdemist. Wie beim Einzug der Wiesenwirte halt auch. Nur, dass der Anteil berittener Umzugsteilnehmer in Calgary noch etwas
höher ist.Samstag - mein erstes Mal. Nach der Arbeit mach ich mir meine Cowgirlschwanzerl und fahre zum Stampede Ground, der unterm Jahr als Parkplatz und für Ausstellungen dient (vgl. Theresienwiese).
... während drei weitere in einer Metallkugel rundumfahren.
Freitag - nach einer Woche Regen, Hagel und Gewitter trauen uns Dave und ich heute wieder. Vor allem, weil ich in der Arbeit an Freikarten gekommen bin;-)
Gerade als wir an einem Fahrgeschäft angestanden sind, hat es zu regnen angefangen. Wir haben natürlich tapfer durchgehalten, aber beim Feuerwerk war ich um meine Jacke und die Wolldecke richtig froh!
Sonntag - letzter Tag. Beim gigantischen Abschlussfeuerwerk, das wir uns diesmal außerhalb des Festgeländes anschauen, verstehe ich die unverschämten Eintrittspreise für das Stampede: Was hier jeden Tag Geld in die Luft geschossen wird, muss brutal sein. Wunderschön!
Sonntag - letzter Tag. Beim gigantischen Abschlussfeuerwerk, das wir uns diesmal außerhalb des Festgeländes anschauen, verstehe ich die unverschämten Eintrittspreise für das Stampede: Was hier jeden Tag Geld in die Luft geschossen wird, muss brutal sein. Wunderschön!
Weitere bisherige Feststellungen:
- Der Ausschank und Verzehr von Alkohol wird in Kanada recht streng gehandhabt. Bier gibt es nur in ein paar lizenzierten Hallen, in die man unter 18 nicht reinkommt. Und dort muss es auch getrunken werden.
- Rock- und Countrykonzerte ersetzen die Blasmusik. Morgen spielt Bon Jovi, aber ich hätte nur noch Karten für hinter der Bühne gekriegt:-(
- Stimmung, Lautstärke und der Drang zum "traditionellen" Verkleiden sind wie beim Oktoberfest. Wenn Japanerinnen ein Dirndl tragen können, dann gehen auch Büroakrobaten mit Cowboykostüm, oder?
- Beide Feste gehen bis ins 19. Jahrhundert zurück und haben eine Landwirtschaftsausstellung dabei.
- Business meets Party: Beim Oktoberfest gibt's Biermarken für Geschäftspartner, bei den Calgary Stampede spendieren die größeren Betriebe Pfannkuchen-Frühstück für ihre Kunden. Ist ja auch was...
- Fahrgeschäfte nehmen kein Bargeld an, sondern Tickets, die man sich vorab an einem Ticketschalter besorgen muss. Insgesamt dauert das Schlangestehen ungefähr 10mal so lang wie die Fahrt.
Freitag, 2. Juli 2010
1. Juli - Canada Day
Hiking around Upper Kananaskis Lake and Rasson Lake:
Stoßstange an Stoßstange Richtung Rocky Mountains - ein typischer Feiertag in Kanada!
Immer wieder unterbrochen von Picture Stops, versteht sich.
Eine Elchkuh suhlt sich im Baaz.
Vom Parkplatz aus führt ein anstrengender, aber wunderschöner Wanderweg um zwei Seen rum und zu dem Berg, auf den wir raufwollen. Der, von dem Dave schon so lang schwärmt, weil man von oben einen Wahnsinnsblick auf den Lower und den Upper Kananaskis Lake hat.
Kaaaaalt!

Am Rasson Lake wandern wir entlang...
... auf die andere Seite...
... auf verlassenen Pfaden...
... teilweise durch kniehohen Schnee!
Ich natürlich mit Shorts, kurzen Socken und luftigen Wanderschuhen. Immerhin ist es Juli!
Ganz oben rechts, da wollen wir hin. Eigentlich. Aber irgendwie ist außer uns kein Mensch unterwegs... Und einem Bären begegnet man lieber, wenn mehrere Leute dabei sind.
Laut singend und ratschend gehen wir noch ein Stückchen, immer auf der Suche nach Bären. Auf einem großen Felsen an diesem Gletschersee machen wir Pause und beschließen, die Bergbesteigung auf ein anderes Mal zu verschieben, wenn wir in einer größeren Gruppe gehen.
Diese Entscheidung tut uns nicht lang leid: Während des Picknicks tauchen echt auf halber Höhe zwei Grizzlybären auf. Gott sei Dank weit genug weg, um den Anblick genießen zu können! Wir beobachten sie eine Weile, machen uns aber in gegenseitigem Einverständnis bald auf den Rückweg...

Meine schneenassen Socken flattern im Wind;-)
Zurück am Upper Kananaskis Lake (der, AUF dem wir mit Moni und Berni rumgegangen sind)
Meine Socken trocknen langsam...
... während ich die Wolken beobachte...
... und Dave Charango spielt:
Bärenspur?
Wasserspiele
Fireworks downtown
Standesgemäßer Abschluss des Nationalfeiertags
Das lassen sich auch die Stadthirschen nicht entgehen!
Dinner at home with my new BBQ:
Daves erste, höchst skeptische Begegnung mit einem stinknormalen Holzkohlegrill. Da ein Kanadier nur überdimensionierte Gasgrills mit integrierter Spanferkelhalterung und Herdplatte kennt, hat er doch tatsächlich MIR den Vortritt gelassen! So viel zu meinem Plan, ihn durch die Anschaffung eines Grills an den Herd zu locken;-)
Fireworks downtown
Abonnieren
Posts (Atom)