Sonntag, 2. August 2009

Alte Bekannte auf neuen Wegen

Góðan daginn!

Dine and me went to Iceland this time - those of you who've followed us through Scandinavia two years ago might be scared now. Right you are...

Sunday, August 2nd

We arrived at the Reykjavik City Hostel at about 3 am, so we had to set up our tent in the darkness. After a few minutes the snoring next to us wasn't audible anymore...
Entgegen allen Erwartungen (*g*) sind wir nicht besonders weit gekommen ohne Peinlichkeiten:
  • Check-In in Muenchen. Weil wir ja ganz besonders schlau sind und Uebergepaeck vermeiden wollen, stopfen wir so viel wie moeglich ins Handgepaeck. Beim Durchleuchten fliegt Dine auf, weil sie das Zelt im Rucksack dabeihat. Und Stahlheringe sind schliesslich gefaehrliche Waffen. Haha. Das Lachen vergeht mir nach ungefaehr vier Sekunden, als die Kontrolleurin mir meine Duschgel- und Shampooflaschen unter die Nase haelt...

  • Da wir ungern auf unser Zelt und das Waschzeug verzichten wollen, muessen wir gegen den allgemeinen Strom wieder aus dem Sicherheitsbereich raus und einen weiteren Rucksack (den vierten) aufgeben. Leider hat sich der Computer von vorher aber noch gemerkt, dass wir bereits pro Person 20 Kilo aufgegeben haben. Fuer die 7 Kilo Zelt und Waschzeug zahlen wir also geschmeidige 56 Euro. Soviel zum Thema Uebergepaeck vermeiden ;-)
Monday, August 3rd

Our first day in Iceland. We walked to Reykjavik city center and spent the afternoon strolling around, drinking coffee and enjoying the sunshine. YES!! You didn't expect that, did you?
Dine: Wenn i studiern daat, daat i moi fuer a Semester noch Island geh. Do is voi chillig, des stoi i mir so richtig gmiatlich vor. Versteh duat ma zwar nix, aber des ja wahrscheinlich bei jedm Studium so. D'Kristin studiert Biochemie, de versteht aa nix!
Ein Boot in der Hofeinfahrt. Warum auch nicht?
Stell dir vor, es ist Montag in der Frueh und du hast den kompletten Mittleren Ring fuer dich allein. Ein Traum? Dann gib dir mal die dreispurigen Strassen von Reykjavik!
Kaffee trinken, unsere Lieblingsbeschaeftigung. Geht in Island ganz wunderbar, weil man sich den ganzen Nachmittag lang aus einer Thermoskanne nachschenken darf...
Das Rathaus am Tjörnin-See kann man ohne Vögel kaum fotografieren...


Eine Ente taucht ihr Koepfchen in das Wasser. Dine: He schaug moi, is de tot? De schaut scho so selbstmordgefaehrdet aus irgendwie.
Uschi: Iatz gib dir moi des! Do is a riesen Park, und wo wachst des Bleame? Zwischen de Stoana drin. - Dine: In Island san net bloß d'Vögl selbstmordgefährdet, glaab i.
A Erdinger!
Ein Feiertag in Island: In der Stadt tote Hose, aber auf Baustellen und in Geschäften wird gearbeitet.
Apropos Baustellen: Die Hallgrimskirkja war leider die kompletten drei Wochen eingerüstet. Wenn man sich Reykjavik mit dem Auto nähert, ist die Kirche schon von weitem sichtbar.
Blick von der Hallgrimskirkja Richtung Meer. Leifur Eriksson, der Entdecker der Neuen Welt (und zwar 500 Jahre vor dem ollen Kolumbus) genießt die Aussicht.
Taufbecken aus Glas
Und so ist der Blick über die Hauptstadt aus 70 Metern Höhe: Durchs Baugerüst erkennt man den Tjörnin-See, hinten das Meer...
... und die Liebe der Isländer zu bunten Dächern!
Erkenntnisse bisher:
  • Vikinger, Trolle, Elfen... In diesem Land leben lustige Gesellen!

  • Absolut schoenes Hochsommerwetter fuehlt sich hier so an wie bei uns daheim ein sonniger Oktobertag. Kalter Wind und Sonnenbrand im Gesicht.

  • Was fuer den Festlandskandinavier sein Boot ist, ist fuer den Islaender sein uebertriebener Gelaendewagen: PKWs mit Bulldogreifen quetschen sich durch die Einbahnstrassen Reykjaviks, und der erste Mietwagen, der uns angeboten wird, ist ein HUMMER!

  • Man muss zwar nicht gleich kotzen, wenn man das Wasser aufdreht, aber dank dem penetranten Schwefelgestank im Bad überlegt man sich genau, ob man wirklich duschen will... Das erste Mal Zähne putzen hier war eine Überwindung!!

Tuesday, August 4th:



  • Puffin Island and Whale Watching tour just outside Reykjavik

  • The Golden Circle: Þingvellir, the Geysir Strokkur and a mighty waterfall, Gullfoss

Unsere pathetische Reiseleiterin bei einem Zwischenstop an der Papageientaucher-Insel: "Papageientaucher gibt es in ganz Europa, also in Island, auf den Faeroer-Inseln und auf den Shetlandinseln."

Auf dem Boot quatscht uns ein Typ an, nachdem er uns ein bisschen reden gehoert hat: "Where are you from?" - Dine: "Germany." - "Ach, ich hab mir schon gedacht, Sie sprechen Norwegisch."

Unsere Erkenntnisse:

  • Der Begriff "wallos" leitet sich von dem wilden, jedoch erfolglosen Fotografierverhalten europaeischer Touristen ab, die jedesmal auf den Ausloeser ihrer Kamera druecken, wenn der Wal schon wieder untergetaucht ist.

  • Am besten, man steckt die Kamera in die Tasche und geniesst einfach den Ausflug. Auf diese Weise hab ich ungefaehr sechsmal was Dunkles an der Wasseroberflaeche auftauchen gesehen.

  • Wale schlafen einseitig: Rechtes Auge zu, linke Gehirnhaelfte aus oder halt dann umgekehrt.
So, jetzt geht's los mit den Steinbrocken. Wem das zu öde wird, dem empfehle ich mal einen Blick aus dem Fenster zu werfen. So schön bunt wie wir hier hat's halt nicht jeder - und schon allein diese Einsicht ist eine Reise nach Island wert.
Dine und ich stehen hier auf der Amerikanischen Kontinentalplatte, auf der rechten Seite verabschiedet sich die Europäische langsam Richtung Osten.
Der Graben Þingvellir (das komische P spricht man wie ein englisches th) ist die Fortsetzung des mittelatlantischen Rückens und wird jedes Jahr tiefer und breiter - um acht Millimeter.



Bei der Weiterfahrt mit dem Bus mehren sich allerdings die Anzeichen dafür, dass die isländische Landschaft vielleicht doch nicht natürlichen Ursprungs ist...Umso erstaunlicher ist es, was isländische Baggerfahrer alles geschaffen haben, um ausländische Touristen anzulocken ;-)
Zwar sehen wir den "Goldenen Wasserfall", den Gullfoss nur bei bedecktem Himmel, aber da es unser erster ist, sind wir mächtig beeindruckt. Im Abendrot oder auch im gefrorenen Zustand muss er wahnsinn sein!


Blick auf den Boden unter meinen Füßen: lauter löchrige Steine
Stinkender Dampf in der Luft, mehrere parkende Reisebusse, haufenweise Leute mit Kameras...
Ich hab die Farbe dieser Lacken nicht verändert, die leuchten echt so. Schade nur, dass man Geruch nicht fotografieren kann!


Zwischen den anderen Lacken bildet sich ein Kreis aus Touristen, geschätzte 15 Meter Durchmesser, um eine bestimmte Quelle.
Es dampft und brodelt und blubbert leise schmatzend vor sich hin...
... bis sich nach ein paar Minuten die Oberfläche dieser Pfütze wölbt und für etwa anderthalb Sekunden eine blaugrüne Kuppel bildet.
Der Ausbruch des Geysirs geht dann schnell, aber der Busfahrer gibt uns eine halbe Stunde Zeit, so dass wir insgesamt dreimal zuschauen können.

Kurz nach dem Ausbruch kann man den "Brunnenschacht" erkennen, bevor er sich wieder füllt. Faszinierend!
  • Erkenntnisse des Tages: Halte dich an die vom Busfahrer vorgegebenen Treffpunkte und Uhrzeiten, wenn du nicht vor 40 fremden Leuten angeschrieen werden möchtest!

  • Landwirtschaft = Siloballenkultur. Getreide wächst hier einfach nicht, und die Vegetationsperiode ist nur drei Monate lang.

  • In Schwimmbädern fordern Plakate dazu auf, sich vor dem Baden ohne Badebekleidung zu waschen. Um Missverständnissen vorzubeugen, sind sogar die zu säubernden Körperstellen rot markiert!


Wednesday, August 5th:



  • May I introduce you to our Japanese friend called "Yaris Toyotasson"? He is quite cute but strong enough to carry Dine and me, all our luggage plus food for the next week. At least, I hope he is...

  • Yaris took us on a tour around Reykjanes, the Southwest part of Iceland. He indulged himself with beautiful views at the shore, even more beautiful drivers and not too bumpy gravel roads.

  • A bath in the warm and milky water of the Blue Lagoon probably is the best way to relax after an exciting day!
Heute bekommen wir endlich unser Auto! An dieser Stelle möchte ich gleich mal dem Irrglauben entgegentreten, Island sei durch die Finanzkrise ein billiges Reiseziel geworden: Der Yaris kostet umgerechnet 100 € pro Tag, und dieser Einkaufswagen voller ganz normaler Grundnahrungsmittel etwa 110 €.

Beim Versuch, Spiritus fuer meinen Campingkocher zu erwerben, laufen in dem Supermarkt gleich vier Angestellte und eine Kundin zusammen, die es nicht fassen koennen, dass wir tatsaechlich Alkohol kaufen wollen. Und das auch noch in einem Supermarkt, am helllichten Tag!

Um es kurz zu machen: Wir nisten uns jetzt immer in Campingplaetzen ein, die Herdplatten zur Verfuegung stellen. Denn in einem Land, in dem Alkohol nur in Form von Bier und Wein verkauft werden darf, und zwar in speziellen Alkohollaeden, blitzt man sogar an Tankstellen und in Apotheken ab, wenn man reinen Alkohol verlangt.
Der äußerste Südwesten Islands zeigt sich sonnig und warm (16 Grad plus), steinig und menschenleer.

Eine weit verbreitete Sportart in Island: Golf. Tischtennis oder Federball wären bei dem Wind ja auch irgendwie blöd...



Typisches Dörfchen mitten in der Landschaft
Herrlich! Das bisschen Moos zwischen den Felsen ist echt bequem, und ein paar Meter weiter rauscht das Meer...
Klickt mal auf das Foto, dann könnt ihr lesen, auf welcher Brücke ich grad stehe...



Nichts als schwarze Lava überall!
Wanderung zur bröckligen Steilküste: Ein Paradies für alle möglichen Vögel.

Dine traut sich ganz an den Abgrund... Wenn das ihre Mama wieder wüsste!
Ins Schwimmbad bei Regenwetter? Wann denn sonst? Es gibt doch nix Schöneres als sich in einer kommunalen Badewanne aufzuwärmen und stundenlang zu ratschen, während die Fingerkuppen schrumplig werden!
In der Blauen Lagune gibt es dann so einen weißen Baatz fürs Gesicht, drum haben wir auf den folgenden Fotos so makellose Haut...

  • Nachtlager: Am Kleifarvatn-See entdecken wir eine Höhle, neben der wir bei Wind und Regen unser Zelt aufbauen.

  • Erkenntnisse des Tages: In diesem Land werden weder Warmwasser noch Strom gespart, weil es davon sowieso staendig Nachschub gibt. Mit etwa 85° erreicht das Wasser die Haushalte, drum stehen an den Duschen Hinweise fuer Touristen, damit sie sich nicht beim Duschen verbruehen.

  • Sehenswürdigkeiten sind besser ausgeschildert als Ortschaften.

  • Überholen geht hier sehr leicht, weil man kilometerweit sieht und eh keiner kommt.

  • Zeltheringe halten in lockerem Lavasand nicht besonders gut.


Thursday, August 6th:

  • We travelled on along the southcoast, got soaked at the Skogafoss and walked up the hills around the waterfall.
Es regnet immer noch, drum frühstücken wir in der Höhle am Kleifarvatn.
Freilichtmuseum in Drangshlíð: Anscheinend war es mal modern, sich solche Torfhütten an bzw. in eine Felsmauer zu bauen.
Dine: Wieso ham denn de de Haiser in den Stoa einebaut und net einfach danem? - Uschi: Oder moanst, der Felsn is auf des Dorf draufgfoin und de ham einfach so do, ois waar nix?
Da regnet es mal nicht, und schon saut uns der Wasserstaub vom Skogafoss voll. Aber so, dass die Jeans hinten UND vorn tropft!! Gigantisch.
Wir lieben Abgrundfotos!
Weil es eh schon egal ist, machen wir eine Wanderung den Berg hinauf und gegen den Strom. Kurz bevor es zu regnen anfängt, sind die Hosen nur noch klamm...
Schafe halten sich überall auf. Oft ist das Gras so lang, dass sie die Aussicht gar nicht genießen können.
Am Campingplatz gibt es eine gemütliche Küche, in der man mit den anderen Individualisten zusammenkommt. Bei "Phase 10" lassen wir Dominik und Philip gewinnen ;-)
Zwischenhoch...
Zu noch späterer Stunde bekommen wir einen Einblick, wie man im Schweizer Militär Geschirr spült!
  • Nachtlager: Campingplatz in Kirkjubæjarklaustur

  • Erkenntnisse des Tages: Nicht alles ist sehenswert bzw. auffindbar, was im Reiseführer steht.

  • Nasse Klamotten trocknen wunderbar, wenn man während der Fahrt die Heizung volle Pulle aufdreht und die hinteren Fenster ein bisschen öffnet.


Friday, August 7th:

  • Open air exhibition in Núpsstaður

  • Guided Glacier Walk in Skaftafell Nationalpark, a part of Europe's biggest glacier, Vatnajökull

  • Walk to my favourite waterfall, Svartifoss

  • Arrival at the Glacier Lake, Jökulsárlón

Mit dem Grasdach sind diese Häuser und die Kapelle (unten) gut gegen den Wind geschützt.
Aus dem 17. Jahrhundert stammt diese Kapelle. Leider ging das Harmonium nicht mehr, aber dafür fanden wir den Friedhof recht niedlich.
Damit dieses Ausstellungsstück nicht ganz zusammenfällt, ist innen ein Gerüst aus lauter Holzlatten.
Isländische Scherzfrage: Was machst du, wenn du in Island im Wald bist und dich nicht mehr auskennst? - Steh auf und schau dich um!

(Für dieses Foto musste ich mich auf den Boden legen.)
Vegetation schaut in diesem Land eher so aus...
Hier sieht man schon von der Ringstraße aus zwei Gletscherzungen...

... und auf einer der beiden, dem Skaftafellsjökull, wollen wir jetzt mal ein bisschen spazierengehn.
Dine, voll ausgerüstet mit Regenhose, Eishacke und Steigeisen
Gletscher schauen aus der Ferne ja eher glatt und weiß aus. Aber wenn man draufsteht, sind es lauter kleine Eisbrocken. Weiter unten schimmert es blau.


Solche Löcher gibt es überall auf dem Gletscher, und sie verändern sich täglich.


Ein großer Felsbrocken wird vom Gletscher "mitgeschwemmt"

Eis, so weit das Auge reicht!

Sehr beeindruckend, so eine Wanderung - aber nicht ganz ungefährlich, wenn sich vor einem plötzlich eine Riesenspalte auftut!
Nach dem vielen Eis war es schön, zur Abwechslung durch Sträucher und Wiesen zu marschieren!

Beliebtes Postkartenmotiv und mein Lieblingswasserfall auf Island: Der Svartifoss mit den hängenden Basaltsäulen.
Natürlich konnte ich es wieder nicht lassen, bis ganz nach vorne zu klettern... Ergebnis: Ich samt Kamera nass, aber diese schöne Nahaufnahme.
Voglwuid: Radlfahrer kämpfen sich durch Sturm und Regen. Was machen diese Leute unterm Jahr, wenn sie so einen Urlaub als Erholung empfinden??
Weiterfahrt am Vatnajökull entlang...
... bis zum Jökulsárlón, einem Gletschersee 200 Meter neben dem Meer. Eine Robbe schwimmt zwischen den Eisbergen rum. Ohne Jacke ist es nicht auszuhalten, drum verschwinden wir gleich wieder.


  • Nachtlager: Campingplatz neben einem Bauernhof in der Nähe vom Jökulsárlón. Wir treffen auf alte Bekannte, verzweifelte Italiener und hyperaktive Holländer. Wenigstens gibt es eine gescheite Küche!

  • Erkenntnisse des Tages: Islandtouristen trifft man immer wieder

  • Pflanzen werden kaum höher als 80 cm, drum hat man fast überall einen unglaublichen Fernblick

  • Blitzer werden freundlicherweise 500 Meter vorher durch ein großes Schild angekündigt

  • Auf reservierte Herbergen hat man nicht unbedingt Anspruch


Saturday, August 8th:


  • Truck-Boat-Tour on Jökulsárlón

  • Internet access in Berunes (Yes, it is a highlight!)



Wir fahren zurück zum Jökulsárlón, aber diesmal in Winterkleidung. Der Vorteil der Wolken ist, dass man das leuchtende Blau der Eisberge gut sieht.Hier gibt es Spezialfahrzeuge, eine Kreuzung zwischen Lastwagen und Schiff, mit denen wir über eine Stunde lang auf dem Gletschersee rumfahren.



Teilweise ragen die Eisberge ein paar Meter aus dem Wasser...



... und wenn der Motor aus ist, hört man keinen Mucks. Mit dem Nebel wirkt die Umgebung echt gespenstisch!
Mmmh! Diese Eisspezialität wurde vor hunderten von Jahren auf traditionelle Weise hergestellt und schmeckt nach klarem Wasser und kaltem Wind. Ein Genuss ohne Reue!

Da die islaendische Erde einfach keine Ruhe gibt, werden Bruecken nur einspurig gebaut. Spart Kosten fuer den Strassenbau, aber fuehrt zu vielen gefaehrlichen Situationen. Regel: Wer zuerst aufblendet, faehrt zuerst drueber.
Noch so ein isländisches Phänomen: Ein Bauernhof kann noch so klein und unscheinbar sein, aber es lagern mindestens 300 Siloballen neben dem Stall. Wer soll denn das alles fressen? Und wie kriegt man bei einer so kurzen Vegetationsperiode solche Massen von Gras her, noch dazu zwischen den ganzen Steinbrocken??


  • Nachtlager: Campingplatz in Berunes

  • Erkenntnisse des Tages: Die Computertastatur ist vollkommen wirr hier. Nicht nur y und z vertauscht, sondern auch noch die Satzzeichen. Und keine Umlaute. Also seht mir Tippfehler nach, bitte!

  • Hier laufen die Schafe frei rum, dafuer sind die Waelder (ca. 20 Nadelbaeumchen, fuer die sich unsereiner an Weihnachten schaemen wuerde) eingezaeunt


Sunday, August 9th:

  • Washing clothes

  • Short hike in Hallormsstaðarskógur, a "forest" at Lagarfljót / Lögurinn

  • Watching people in the Petrol station in Egilsstaðir
Ein großzügiger und gut beschildeter Parkplatz mit Klohäuschen und Brotzeitbankerl, Informationstafeln zu Wiederaufforstungs-programmen und die Bezeichnung "größter Wald Islands"...
... äh, ja.

Vielleicht haben wir einfach eine verkehrte Vorstellung, wenn wir "Wald" hören. Es war auf jeden Fall eine schöne Wanderung bei schönem Wetter - und nebenbei konnte auf dem Campingplatz unsere Wäsche trocknen.

Mit Leitplanken haben es die Isis nicht so. Dauernd rutscht die Verankerung weg oder es kommen so böse Steine daher und rollen einfach drüber...
... drum lassen sie es in den meisten Fällen einfach bleiben. Und diese Stelle hier (immerhin eine kurvige Schotterpiste am Fjord entlang, die hundert Meter vor uns scharf abknickt und an der engsten Stelle einspurig wird) ist noch harmlos im Vergleich zu den Pässen, bei denen wir aber nicht zum Fotografieren stehenbleiben konnten!
Unser absoluter Lieblingsplatz in Island: Die Tankstelle in Egilsstaðir, die gleichzeitig noch Eisdiele, Fastfood-Restaurant und Szenetreff ist. Absolut alles trifft sich hier; einheimische Familien, Jugendliche, Durchreisende, Geschäftsleute... Hier kann man stundenlang sitzen, Kaffee trinken und Leute beobachten!
Nach Sonnenuntergang am Lagarfljót / Lögurinn (keine Ahnung, warum der See zwei Namen hat)


  • Nachtlager: Am Ufer des Lagarfljót / Lögurinn bei dunkelviolettem Himmel

  • Erkenntnisse des Tages: Leitplanken werden in Deutschland total überbewertet

  • Auch bei Sonnenschein und Wind brauchen Handtücher und Jeans hier mehr als 8 Stunden zum Trocknen

  • Im wilden Osten Islands gehen nur noch zwei öffentlich rechtliche Radiosender rein, in etwa vergleichbar mit Bayern 1 und B5 aktuell. Es wird viel geredet, alle 20 Minuten läuft Michael Jackson, dazwischen Countrymusik und isländischer Rap. Und dann gibt es da noch den Werbespot mit der Melodie von "Probier's mal mit Gemütlichkeit"...


Monday, August 10th:


  • Hike to Hengifoss

  • Driving along the scenic and scary Eastfjords

Weil das Wetter grade mal schön ist und uns ein langer Tag im Auto bevorsteht, wandern wir vom Lagarfljót / Lögurinn aus zu einem weiteren schön gelegenen Wasserfall, dem Hengifoss.
Vom Berg aus erkennt man im Hintergrund den See und eine sehr verbreitete isländische Pflanze, die gemeine Siloballia magna alba, die sich vor allem auf landwirtschaftlichen Nutzflächen wohlfühlt.
Hab ich mich eigentlich schon zum Thema Autofahren ausgelassen? Wir befinden uns gerade auf der Ringstraße, einem hoch frequentierten Rundweg um Island, der für die Bevölkerung hier in etwa so bedeutsam ist wie bei uns die A9 und die A7 zusammen. Zugegeben, sie ist nicht durchgehend geteert - aber die Schlaglöcher werden regelmäßig kontrolliert und ggf. aufgefüllt!

Die Passstraße 917 zwischen Héraðsflói und Vopnafjörður dagegen ist ein echtes Abenteuer für unseren Yaris. Erst schindet er sich die unbefestigten Serpentinen mit 15% Steigung hoch, dann geht's auf der anderen Seite genauso halsbrecherisch wieder runter. Leitplanken Fehlanzeige. Damit man nicht rausfliegt, sind die Kiesstraßen in den Kurven abgeschrägt.
Parkplatz auf halber Höhe - den braucht's wirklich!
Verschnaufpause für Fahrer und Auto
Blick über den Vopnafjörður im Nordosten Islands.

In der hiesigen Tankstelle lösen wir neben unzähligen Fragen, verwirrten Gesichtern und absoluter Ratlosigkeit heute auch noch schallendes Gelächter bei zwei Verkäuferinnen, dem Chef und einem Kunden aus, als wir nach reinem Alkohol zum Kochen fragen.
(Eigentlich haben wir ja die Hoffnung schon aufgegeben, aber ich entdecke einen Kanister mit der Aufschrift "White Spirit". Letztendlich stellt sich heraus, dass es sich um Terpentin handelt.)
Der Zustand unserer Heckscheibe spricht Bände...
Eine Landzungendurchquerung später erreichen wir Þorshöfn. Bei einem kurzen Zwischenstopp lernen wir einen wilden Schleswiger kennen, der uns plausibel macht, warum man sich auf den Kiesstraßen immer wehtut, wenn man zu langsam fährt: Nur die Einhaltung der vorgeschriebenen Schlachlochüberfluchgeschwindichkeit von achtzich (in Schleswich sacht man das so) gewährleistet eine bequeme Fahrt.

  • Nachtlager: Da es auf dem Campingplatz von Kópasker keine Kochmöglichkeit gibt, überreden wir den Herbergsvater des benachbarten Hostels, seine Küche benutzen zu dürfen. In der Nacht wird es so kalt, dass ich zum ersten Mal meine Mütze auflasse.

  • Erkenntnisse des Tages: Es gibt Wörter mit viermal ch im Deutschen!

  • Entlang der Küstenstraßen gibt es nur noch kleine Dörfer, die außer Tankstellen und manchmal noch menschenleeren Campingplätzen gar nichts haben.

  • Die vielen Baumstämme, die an der Nordküste Islands rumliegen, stammen aus Sibirien. Irgendeine Meeresströmung hatte wohl das Bedürfnis, diese waldarme Insel mit Holz zu versorgen...


Tuesday, August 11th:


  • Husavik: Church, ATM (adventurous!), Phallological Institute of Island, Harbour

  • Thermal power station Krafla

  • Volcanos and Lake Mývatn

Dank des warmen Golfstroms wachsen in der Hafenstadt Húsavik im Norden Islands Palmen an der Strandpromenade!
Geschafft! Nach nicht einmal einer Stunde im Vorraum einer Bank halte ich ein frisches Bündel Geldscheine in der Hand. Mehr als umgerechnet 110 € rückt der Automat allerdings auch dann noch nicht raus, als die freundliche Kundenberaterin den Tresor aufgefüllt hat.
Kirchenbesichtigungen gehen ja Gott sei Dank schnell hier...
... denn der eigentliche touristische Höhepunkt dieser Stadt befindet sich in diesem Gebäude: das Penismuseum (die englische Übersetzung lautet tatsächlich Phallologisches Institut Islands!!)
Wenn ihr auf das Bild klickt, könnt ihr lesen, wer diese edlen Teile gestiftet hat... Ob die Aufstellung auf dem Foto mit den silbernen Exponaten korreliert, überlasse ich eurer Fantasie!
Über unseren Köpfen die besten Stücke verschiedener Wale...
... in einem Nebenraum unter anderem ein Elefantenpenis.
Hodenlampen (gibt's sogar als Souvenirs zu kaufen)
Um Scherzartikel aller Art kommt man natürlich auch nicht rum!
Nach so viel Kultur reicht uns erstmal ein Spaziergang am Hafen entlang...
... und am Nachmittag fahren wir noch ein paar Kilometer.
Wir landen in einem Geothermalkraftwerk in der Nähe des aktiven Vulkans Krafla im Mývatngebiet. Es dampft aus Rohren, Bächen und Erdlöchern...
... und ganz besonders beeindruckt sind wir von diesem Víti-Krater, in dessen Innerem ein leuchtend türkisblauer See ist. Die Farbe ist nicht getürkt!!

Am Abend erreichen wir den See Mývatn, laut Reiseführer das sonnenverwöhnteste Gebiet Islands. Den riesigen Vulkankrater Hverfjall, ...
und diese bröckeligen Lavaskulpturen bei Dimmuborgir, ...
... wo die 13 isländischen Weihnachtsmänner herstammen, wollen wir uns dann morgen früh anschaun.
Heute reicht uns der Blick auf den See und ein warmes Bad in der Lagune Nature Baths. Hab ich den Regen schon erwähnt?

  • Nachtlager: Campingplatz am Mývatn, statt einer richtigen Küche gibt es ein großes Mannschaftszelt mit Tischen. Immerhin. So können wir unsere kalte Brotzeit wenigstens im Trockenen essen.

  • Erkenntnisse des Tages: Isländer bauen gern Zäune auf. Sie umzäunen Wiesen, Wäldchen und Steinhaufen, große und kleine Flächen, geometrische Formen und schepse. Die Schafe befinden sich meistens außerhalb.

  • Häuser sind hauptsächlich aus Blech oder Beton, weil das wenige Holz ja für die Zäune draufgeht.

Wednesday, August 12th:

  • No hike because of rain

  • Goðafoss (no picture because it's not possible not to have other tourists on it)

  • Akureyri
Die geplante Wanderung am Mývatn und die Besteigung des Hverfjall fallen ins Wasser, drum packen wir unser waschelnasses Zelt in den Yaris und hauen ab nach Akureyri, wo wir es irgendwo hinter einem Neubaugebiet zum Trocknen aufstellen.
Danach Sightseeing in der zweitgrößten Stadt Islands:
Kirche von außen...
Souvenirläden von außen und innen...
... und ein Outlet von innen! Schließlich ist es bei der Dine und mir schon Tradition, dass wir uns mal landestypisch einkleiden.
Hauptsache bunt und viele Schichten übereinander!
Die überregional bekannte und beliebte Eisdiele Brynja. Naja.
Weiterfahrt am Abend Richtung Westfjorde. Wunderschön!!
Nachtlager: Campingplatz in Hólmavik, direkt neben dem Freibad

  • Erkenntnisse des Tages: Island hat seinen Namen sicher nicht vom Speiseeis, das ist nämlich nur bedingt genießbar. Wer will schon einen halben Liter Billigmilcheis mit zerbröckelten Schokoriegeln, Zuckerdeko und verschiedensten Soßen zermantscht?

  • Isis versuchen mit aller Gewalt, ihren eigenen Modestil zu kreieren. Das Ergebnis sind silber blondierte Girlies mit schwarzen Augenbrauen und Gespensterteint, die bunte Socken in Sandalen und über schwarzen Jogginghosen tragen und das Ganze mit hüftlangen Pluderjäckchen kombinieren, unter denen wiederum andersfarbige Longshirts oder schrille Kleidchen rausschaun.

  • "Zersiedelung der Landschaft" scheint hier nicht negativ aufgefasst zu werden.

Thursday, August 13th:


  • thawing in the local hot pot

  • driving through the bumpy westfjords

  • coffee break in Litlibær

  • Lunch and harbour museum in Ísafjörður

  • short hike to Dynjandi (=Fjallfoss)



Hausgemachte Waffeln und eine ganze Kanne Kaffee zur Stärkung...
... und dieser nette Junge führt uns anschließend im Haus seiner Oma rum.
So sieht es von außen aus, innen ist es eine Art Museum mit lauter altem Zeug.

In Ísafjörður wird aus der bloßen Suche nach einem landestypischen Restaurant ein ganzer Stadtspaziergang, bei dem wir diese Garage voller Kinderwagen entdecken, ...
... und schließlich am Hafenmuseum landen, wo wir Fischstew mit einer isländischen Variante des Pumpernickels probieren und uns von einem gut angeheiterten Seebären Gschichtn aus seim Lem pressen lassen.
die dänische Botschaft
Weiterfahrt
Der Dynjandi oder Fjallfoss, ein Riesending mit 100 Metern Höhe und 60 Metern Breite!
Schild in der Campingplatzküche. Sehr aufschlussreich, oder?

  • Nachtlager: Campingplatz in Tálknafjörður - direkt neben dem Schwimmbad und mit voll ausgestatteter Küche!

  • Erkenntnisse des Tages: Es gibt ihn doch, den Spiritus! Ein spanisches Ehepaar zeigt uns eine Flasche mit pinkem Inhalt, den sie zum Kochen benutzen. Jetzt müssen wir ihn nur noch in einem Supermarkt finden...


Friday, August 14th:

  • Patreksfjörður: a wonderfully located town without a bank or ATM
  • Coffee break in Búðardalur
  • drive to Hellissandur
  • sunset on the beach at 10pm
Schon lange fällt uns auf, dass die Landschaft Islands bisweilen von idyllisch gelegenen Schrottplätzen bereichert wird.
Patreksfjörður (glaub ich)
Steinbrocken ohne Ende. Da kommt man schon mal auf lustige Ideen;-)

Berge, Meer und Schafe überall. Stundenlang!
Diese Schafe hier sind besonders lässig auf ihrer Lavainsel. Wie kommen die dorthin? Und was wollen die dort überhaupts?
Blick über einen der vielen Fjorde hinweg zum Nachbarn
unser Yaris von hinten
wieder ein Städchen an einem Fjord
Ziel des Tages erreicht! Vom Strand in Hellissandur aus sehen wir schon den Snæfellsjökull, einen Vulkangletscher, auf den wir morgen rauf wollen. Noch hat es 16 Grad.
Sonnenuntergang am zweitwestlichsten Zipfel von Europa - um 22 Uhr!
Danach wird es so zapfig, dass wir trotz Mütze, Jacke und Kerzen im Zelt (!!) nicht schlafen können. Im Zelt nebenan wärmt man sich wesentlich erfolgreicher, jedoch auch etwas geräuschvoller...

  • Nachtlager: Campingplatz in Hellissandur

  • Erkenntnisse des Tages: Tanke Sonne und Wärme, solang vorhanden, und geh ins Bett, solang deine Füße noch warm sind!

  • im äußersten Westen Islands gibt es kaum noch Häuser, geschweige denn öffentliche Klos

  • dafür kriegt man beim lustigen Bäcker in Búðardalur schon mal einen Kaffee umsonst, wenn man sich nett mit ihm unterhält

  • auch Geldautomaten sind eine Rarität hier, und in manchen Geschäften streikt sogar die EC-Karte: Bargeld nicht knapp werden lassen!


Saturday, August 15th:
  • Sunny weather
  • drove around Snaefellsjökoll
  • coffee in Hellnar
  • hike to Arnarstapi
  • snowcat tour on Snaefellsjökull
  • camping in Borgarnes.
So Felsbrocken mitten auf dem Campingplatz haben auch ihre praktischen Seiten.
Kaffi mit hohem Lieblingsplatz-Faktor in Hellnar: Der Schokokuchen ist so was von brutal, dass die Unmengen von Sahne, die oben drauf kommen, sicher zum Verdünnen gedacht sind.
Strom sparen auf isländisch
Ein eiserner Verfechter alter Traditionen und unberührter Natur macht sich daran, die von Touristen aufgestellten Steinhäufchen alle umzuschmeißen, angefeuert von seiner pathetischen Mutter. Zu seiner Herkunft will ich mich nicht äußern, aber dass so ein Weltverbesserer ausgerechnet blonde Rastas haben muss, ist schon fast wieder lustig...
Wir machen uns auf zu einer Küstenwanderung nach Arnastapi, ein paar Kilometer weiter im Osten.
atemberaubend schöne Wildnis
Ja, das sind Dine und ich, die dort auf einer vom Meer ausgespülten "Brücke" sitzen!
Eigentlich war die Tour mit der Pistenraupe hoch zum Snæfellsjökull abgesagt, weil nicht genügend Leute angemeldet waren. Aber nachdem wir einige Paare mobilisiert haben, die genauso stur sind wie wir, lassen sich die Isis überreden. Nur bis zum Pistenraupenparkplatz hochfahren müssen wir selber - für unseren Yaris undenkbar. Doch zwei unserer Mitstreiter laden uns ein...

Schon allein die Autofahrt bis zum Schnee ist ein Abenteuer, doch es wird noch besser!
Schisaison in Island
unglaubliche Aussicht nach Osten

über den Wolken...
gemütlicher Sitzplatz am Abgrund des Gletschers
Nach diesem Ausflug laden wir unsere freiwilligen Chauffeure zu einer Brotzeit in Arnarstapi ein, bevor wir nach Hellnar zurückwandern.


  • Nachtlager: Campingplatz direkt am Meer in Borgarnes

  • Erkenntnisse des Tages: man kann bei strahlendstem Sonnenschein frieren wie die Sau


Sunday, August 16th:

  • Coffee at a petrol station (where else?)

  • back in Reykjavik: we spend the day in the swimming pool and at the campground

  • finally we've got spirit to cook with

Erkenntnis des Tages: Das Zauberwort heißt "Rödsprit". Wir haben jetzt Spiritus zum Kochen!! Am Campingplatz stand eine Flasche im "Free-Food"-Regal. Und plötzlich kochen um uns rum alle mit dem Trangia...




Monday, August 17th:
  • After 3216 Kilometres we bring back our true friend Yaris.

  • Walk through Reykjavik: Café Paris, a spooky cemetery

  • In the afternoon, our new car is delivered: a Hyundai Tucson

  • Landmannalaugur

  • Camp in Hella
Während wir darauf warten, dass unser Geländewagen geliefert wird, machen wir einen Spaziergang durch Reykjavik: Das Café Paris mit seinem hyperaktiven Kellner zeigt sich uns als beliebter Treffpunkt von Touristen, Familien und seltsamen Künstlern auf der Terrasse. Danach besuchen wir spontan einen Friedhof - unser grusligstes Abenteuer in den drei Wochen!! Und uns fällt auf, dass die Leute in der Hauptstadt echt schick angezogen sind im Vergleich zum Outback.
Mit dem Geländewagen brechen wir am Nachmittag auf zu unserem ersten Offroad-Ausflug. Wind und Regen machen die Fahrt an sich noch aufregender, aber an einem längeren Aufenthalt in Landmannalaugur oder gar einem Sprung ins heiße Nass liegt uns plötzlich nicht mehr so viel...
Wir drängen uns lieber zu einigen anderen Schaulustigen unter das Vordach der Campingplatzdusche und beobachten diejenigen, die sich mit hellblauen Mülltüten gegen das Wetter stemmen, um die gut 100 Meter zur Stinkdampfquelle zurückzulegen.
Ebenfalls schön zu beobachten, allerdings nicht einladend: der Campingplatz von Landmannalaugur. Wer einen geländegängiges Wohnmobil hat, kann eventuell im Trockenen schlafen. Aber es stehen auch bestimmt 50 Zelte (!!) zwischen den Pfützen... Keine Frage, wir hauen nach einer halben Stunde wieder ab.

  • Erkenntnisse des Tages: In Reykjavik hat man Parks mit hohen Bäumen angelegt, dadurch ist der Blick über die Stadt wesentlich eingeschränkter als im Umland (fällt uns jetzt erst auf).

  • Die als "F-Roads" gekennzeichneten Schotterpisten im isländischen Hochland sind nicht sooo viel schlechter befahrbar als andere Kiesstraßen, aber ohne Verkehrsschilder.

  • Island hat so viele HotPots, da können wir den bekanntesten ruhig kurz abhaken.

  • Nachtlager: Campingplatz in Hella

Tuesday, August 18th:

  • Swimmingpool in Hella teaches us that once you're too old to walk you still can swim

  • Vain attempt to get to Þórsmörk, but nature is stronger than our car;-)

  • F 26: bumpy road through the centre of Iceland

  • Aldayjarfoss

  • Goðafoss

Auf der F 26 durchqueren wir das isländische Hochland: knappe 500 Kilometer nichts als schwarze Lava und spontane Flussdurchquerungen, eine faszinierend unspektakuläre Landschaft, die durch das stürmische Wetter eigentlich noch gewinnt. Der Wahnsinn!


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Die Dine heizt durch die Wüste.
An diesem See wollen wir eigentlich aussteigen, aber der Wind drückt dermaßen gegen die Tür, dass ich sie nicht öffnen kann. Drum gibt's halt nur dieses Regentropfen-auf-Fensterscheibe-Foto.
Wohnt da wer? Oder hatten die einfach nur ein paar Schilder übrig, die sie zum Spaß in der Wüste aufgestellt haben?
Nachdem ich barfuß getestet habe, wie tief der Fluss ist und ob nicht irgendwelche groben Felsbrocken im Wasser liegen, die unserm Auto gefährlich werden könnten, wagen wir uns durch die Fluten...

Die meisten Flüsschen durchqueren wir auf diese Weise selber, aber am Myidalur kommen einmal drei hintereinander daher, und einer davon ist uns nicht ganz geheuer. Drum kehren wir um und fahren zurück zu einem Haus. Wir haben Glück: Ein Ranger, der für die Verkehrssicherheit im Hochland zuständig ist, fährt in seinem Jeep voraus und zeigt uns so die am besten befahrbare Stelle im Fluss. Und angeblich ist das jetzt auch der letzte Wasserlauf!

Irgendwann am Abend erreichen wir den Aldeyjarfoss, und da es gerade nicht regnet, nutzen wir den Anlass um uns endlich mal die Füße zu vertreten.

Danach wird es dunkel und wir wissen überhaupt nicht mehr, wo wir sind. Aber campen ist in diesen Steinbrocken auch kein Thema. Also fahren wir weiter, bis uns in der Dunkelheit plötzlich Vögel und später Schafe auffallen: ein willkommener Bote der Zivilisation!!


Uschi: He, do stengan Schoof. Iatz kemman dann boid Haiser. - Dine: Damit steigt natürlich des Risiko, dass uns a Bauer mitm Bulldog entgengkimmt. - Uschi: Ge, wos soid'n der do hintn? Heu kreisln?


  • Nachtlager: Campingplatz am Goðafoss. Kein Klo aufzufinden, nur eine Dusche mit begrenzt warmem Wasser. Ein einzigartiger Antiluxus, und das nach so einem Tag!

  • Erkenntnisse des Tages: Was ist eigentlich Porsmörk? Es steht in jedem Reiseführer, aber man kann nur zu Fuß hinwandern.

  • Wir mögen Schafe. Vor allem, wenn sie ein Hinweis darauf sind, dass wir bald am Ziel sind.


Wednesday, August 19th:

  • we leave in a hurry but it takes a while to find somewhere to have breakfast and brush our teeth
  •  
  • lunch in our favourite petrol station in Egilsstadir where we watch people again
  •  
  • visit to the stinking solfatar fields in Namaskard
  •  
  • Campground Myvatn





 

Thursday, August 20th:


  • finally, we get to do our hike on Hverfjall
  •  
  • Coffee in Dimmborgir
  •  
  • drive to Myvatn, hike around pseudo craters
  •  
  • no free campspots between Akureyri and Laugarbakki











  • Nachtlager: Campingplatz in Laugarbakki. Eigentlich wollten wir uns bei dem Sauwetter ein Zimmer gönnen, aber leider ist alles ausgebucht. Wir dürfen aber trotzdem die Gemeinschaftsküche benutzen - und gleich nebenan gibt es einen HotPot zum Aufwärmen, nachdem wir das Zelt im Sturm aufstellen mussten!

Friday, August 21st:


  • drying our tent in the changing room of the swimming pool next door

  • second visit to our favourite cafè in Hellnar

  • drive back to Reykjavik

  • Dine and me are having dinner in the campground kitchen when a guy named Dave shows up...

Aaaah, endlich Sonnenschein! Die lange Fahrt ganz in den Westen hat sich also ein weiteres Mal gelohnt. Schon allein wegen dem legendären Schokokuchen, der hier aufgetischt wird (vgl. Eintrag vom 15. August).
mittlerweile ein gewohnter Ablick: stapelweise Siloballen
Während der Fahrt zurück nach Reykjavik verabschieden wir uns mal wieder vom guten Wetter!

  • Nachtlager: unser angestammtes Plätzchen auf dem Campingplatz in Reykjavik

  • Erkenntnisse des Tages: Ich mache eine neue Bekanntschaft, die mir schon bald den Kopf verdrehen wird: ein Kanadier namens Dave, der mit Fahrrad und Sitar unterwegst ist.

  • Wenn das Gegenüber interessant genug ist, kann man auch bei den kümmerlichsten Nachttemperaturen draußen sitzen und bis zum Morgengrauen über Gott und die Welt ratschen...

Saturday, August 22nd:

  • we have to bring back our car

  • Cultural Festival in Reykjavik with our new acquaintances

  • Bar "Cultura", lots of beer and fireworks

  • visit to the swimming pool at 3am

Die ganze Zeit haben wir uns schon über die seltsame Brillenmode in Island gewundert, jetzt ist es raus: Die 50er Jahre sind zurück!Heavy Metal braucht junge Zuhörer...In der Bar "Cultura" lassen wir den Abend bei ein paar Bierchen ausklingen. Plötzlich sehen wir, dass draußen das Feuerwerk zum Abschluss des Kulturfestivals losgeht...Mädels gehen ja bekanntlich gern zu zweit aufs Klo. Aber muss es denn wirklich sooo intim sein?
Das Blöde an Isländischem Bier ist, dass es bei übermäßigem Genuss zu Übermut und dummen Ideen führen kann. Und dann kommt es schon mal vor, dass man eine Wette verliert und um drei Uhr in der Früh seine Badesachen aus dem Koffer holen muss. Und dass man weitere drei Stunden später von zwei Polizistinnen freundlich darauf hingewiesen wird, dass das Schwimmbad gerade geschlossen ist...
Wir durften uns jedoch in Ruhe anziehen und mit dem Versprechen, das nie wieder zu tun, gehen.


  • Nachtlager: Könnt ihr euch selber denken.

  • Erkenntnisse des Tages: Ich bin verliebt.

  • Kanada scheint mir auf einmal so nah!

7 Kommentare:

  1. Hallo ihr Zwei!
    Hab gestern im Fernsehen gesehen, dass auf Island viele Elfen leben. Und die Isländer, wenn sie ein Haus bauen, sich vorher von Elfenbeauftragten beraten lassen, ob auf dem Grundstück, auf dem sie bauen möchten, nicht vielleicht schon Elfen wohnen.
    Also: macht es den Isländern gleich und passt bitte immer auf, bevor ihr euer Zelt aufschlagt. Vielleicht ist der Platz ja schon bewohnt...
    Viel Spaß auf der Tour, Babsi

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  2. Heute hab ich gelesen, dass manche Islaender erotische Beziehungen zu den Elfen und Trollen unterhalten. Und Strassen haben manchmal eine Kurve, weil man um einen Elfenwohnsitz drumrumgebaut hat.

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  3. Hey, so schnell hab ich ja noch gar nicht mit Neuigkeiten gerechnet!
    Also, gestern war der Feiertag der Kaufleute. Mehr ist in Wikipedia nicht drin gestanden und ich kann euch beruhigen: ein weiterer Feiertag kommt nicht mehr auf euch zu.
    Vielleicht ist das mit den erotischen Beziehungen zu Elfen und Trollen gar keine so schlechte Idee für Leute, die sonst auch keine Beziehung haben. Sollte ich mir mal Gedanken drüber machen :-)
    Ciao, Babsi

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  4. Hallo
    Die isländische Post ist ja richtig schnell! Heute ist nämlich schon die Postkarte angekommen. Danke! Da sollen sich die italiener mal ein Beispiel von nehmen!
    Toyota Yaris? Ich hab mir gedacht, ich kurvt da mit einem Geländewagen durch die Gegend!
    Ciao, Babsi

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  5. Góðan daginn!
    Sag mal, hast du was dagegen, wenn ich die optischen Schönheitsfehler etwas korrigiere? Die vielen Zeilenabstände sind ja wohl nicht Absicht, oder? Ich hab mir schon mal erlaubt, sie rauszulöschen, aber jetzt sind sie wieder da... ne Landkarte wär auch nicht schlecht und die Texte über die dazugehörigen Bilder schreiben.
    Dann brauchst du nicht so viel Zeit und Geld investieren
    Bless, Barbara

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  6. Sevus
    Erhole dich gut,
    damit du die Garage von mir und Barbara wieder aufräumen kannst.
    Sevus, dei Lieblingsbruder

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  7. Erholen ist vielleicht nicht der richtige Ausdruck, aber ich sehe, was ich tun kann... Danke fürs Korrigieren!
    Uschi.

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